Forschungsforum – Aktuelles

Freitag, den 26.01.2024, 14-16 Uhr (Zoom)

Heikle Forschungsgegenstände – das Transferpotenzial empirischer Studien zu ästhetischer Kommunikation im Literaturunterricht für diversitätssensibles Lernen am ästhetischen Bildungsgegenstand

Christian Albrecht

Der empirischen Erforschung ästhetischer Dimensionen literarischen Lernens wird im deutschdidaktischen Diskurs nach wie vor mit Skepsis und tendenziell einseitig begegnet: Projekte, die Phänomene ästhetischer Bildung empirisch erforschen, greifen überwiegend auf qualitative Zugänge zurück, wohingegen quantitative Forschung kaum eine Rolle spielt. Dies mag der Tatsache geschuldet sein, dass sich die Erforschung ästhetischer Phänomene vor grundlegende Probleme gestellt sieht: Zwar ist der Forschungsgegenstand theoretisch zu fassen, Teilfacetten wie die ästhetische Erfahrung sind im Forschungsfeld jedoch nicht unmittelbar zu beobachten. Will die Deutschdidaktik als transdisziplinäre Wissenschaft jedoch nicht auf evidenzbasierte Befunde auch zu „heiklen“ Forschungs- bzw. Untersuchungsgegenständen (vgl. Wieler 2002, S. 128) und auf empirisch fundierte Aussagen über schwer messbare Kompetenzen (vgl. Frederking 2008) und Erfahrungsdimensionen verzichten, muss sie sich auf sensuell zugängliche Produkte und die damit verbundenen beobachtbaren Prozesse stützen, um operationalisierbare Modellierungen vornehmen zu können. Wie dies in einem Mixed Methods-Design erfolgreich umgesetzt kann, soll im Rahmen des Forschungsforums der AG Diversitätsorientierte Deutschdidaktik des SDD am Beispiel der ÄSKIL-Studie (vgl. Albrecht 2022; Frederking/Brüggemann/Albrecht 2020) und der DFG-Anschlussstudie ‚SEGEL’ („Die Bedeutung von Subjektivität und Emotionalität in Gesprächen über Literatur im Deutschunterricht“) vorgestellt und hinsichtlich des Transferpotenzials für diversitätssensibles Lernen am ästhetischen Bildungsgegenstand diskutiert werden.

Anmeldung bitte über Mail bei den Sprecher*innen der AG DiDe.